Der Landesverband Thüringer Rinderzüchter (LTR) ist als Zuchtorganisation in erster Linie für die rinderhaltenden Betriebe im Freistaat Thüringen tätig. Darüber hinaus erstreckt sich sein Tätigkeitsbereich auf die Bundesrepublik Deutschland. Er ist also legitimiert, Mitgliedsbetriebe in ganz Deutschland zu betreuen.

Die Aufgaben der Zuchtorganisation – dazu gehören Herdbuchführung, Bullenhaltung und Spermaproduktion sowie Insemination und Handel - werden im gesamten Unternehmen von rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigt.

Im LTR werden sowohl Milch- als auch Fleischrindrassen züchterisch betreut, wobei eine große Rassenvielfalt besonders im Bereich der Fleischrinderzucht charakteristisch ist.

Den zahlenmäßig größten Anteil bei Milchrindern bilden die Deutschen Holsteins in der Farbrichtung Schwarzbunt. Daneben werden noch Holsteins des Farbschlages Rotbunt, Fleckvieh in Doppelnutzung, Jersey und Braunvieh zur Milchproduktion gehalten und züchterisch bearbeitet. Die Zuchtarbeit bei den Milchrindern ist durch eine hohe Kontroll- und Herdbuchdichte gekennzeichnet. 99 % der in Thüringen gehaltenen Milchkühe stehen unter Milchkontrolle. Der Herdbuchanteil liegt bei ca. 80 %. Die Rinder stehen in unterschiedlichen Betrieben. Vom Nebenerwerbslandwirt mit 2 Kühen bis zum juristischen Unternehmen mit nahezu 1.500 Kühen ist alles vertreten, wobei die Mehrzahl der Kühe in Beständen von über 500 Tieren steht. Im Durchschnitt werden in einem Thüringer Betrieb 272 Kühe gehalten.

Im Rahmen der Zuchtarbeit gibt es gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Zuchtorganisationen. So arbeitet der LTR seit dem Jahr 1999 sehr eng mit der Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) in Form einer Kooperation zusammen. Die Zusammenarbeit umfasst neben der gemeinsamen Gestaltung des Zuchtprogrammes für Deutsche Holsteins Schwarzbunt auch die gemeinsame Bullenhaltung und Spermaproduktion am Standort Erfurt. Ab dem 1. Juli 2011 wurde die bestehende Kooperation weiter ausgebaut. Die seitdem selektierten Bullen der Rasse Deutsche Holsteins Schwarzbunt und Rotbunt sowie der Fleischrinderrassen sind je zur Hälfte im Gemeinschaftsbesitz beider Organisationen. Darüber hinaus ist der LTR Mitglied des TopQ-Verbundes.

Zur Reproduktion des Besamungsbullenbestandes werden weltweit Anpaarungsverträge abgeschlossen. Importierte Embryonen werden in Vertragsbetrieben eingesetzt sowie hoch veranlagte, weibliche Tiere aus den eigenen Zuchtbetrieben mittels Embryotransfer vermehrt. Außerdem werden Bullenkälber aus dem weltweiten Genreservoir sowie Bullenkälber aus thüringischen und hessischen Betrieben, die sich durch hohe 4-Väter-Pedigree-Indizes empfehlen, in die Auswahl einbezogen. Die Selektion erfolgt letztendlich auf der Basis der genomischen Zuchtwerte.

Ca. 20 Schwarzbunte und ca. 5 Rotbunte Jungvererber gehen jährlich in den Besamungseinsatz. Auch im Zeitalter der genomischen Selektion wird der gezielte Ersteinsatz fortgeführt.

Im Freistaat Thüringen werden 22 Fleischrinderrassen herdbuchmäßig betreut. Den größten Rasseblock bildet das in Thüringen herausgezüchtete Fleckvieh-Fleisch. Es folgen die Tiere der Rassen Limousin und Angus. Die Fleischrinderjungbullen, die später für den Deckeinsatz in der Mutterkuhhaltung vorgesehen sind, werden in der Leistungsprüfanstalt Dornburg einer neutralen Eigenleistungsprüfung unterzogen. Anlässlich von zwei Fleischrindbullenauktionen Anfang März und Ende April werden ca. 70 qualitativ hochwertige Jungbullen zum Verkauf angeboten.

Als Dienstleistungsunternehmen vermarktet der LTR das Zucht- und Nutzvieh seiner Mitglieder sowohl im In- als auch im Ausland. Den Hauptumfang für diesen Geschäftsbereich liefern tragende Färsen sowie abgekalbte Jungkühe der Rasse Deutsche Holstein Schwarzbunt mit zugesicherten Leistungskriterien und gesundheitlichen Eigenschaften. Darüber hinaus handelt der LTR auch mit Zuchtvieh aus dem Fleischrindbereich, mit Absetzern aus der Mutterkuhhaltung und mit männlichen Kälbern aus der Milchviehhaltung zur Mast.

Zu einem wichtigen Serviceangebot des Verbandes gehört die Durchführung der Insemination. So werden von rund 35 verbandseigenen Technikern ca. 60 % aller Besamungen in Thüringen realisiert. Speziell ausgebildete Besamungstechniker können Trächtigkeitsuntersuchungen vornehmen und auch Embryonen übertragen. Bei allen Fragen des Fruchtbarkeitsmanagements ist der LTR ein kompetenter Ansprechpartner.

Für die Fütterungs- und Managementberatung steht den Mitgliedern eine gemeinsame Mitarbeiterin des Thüringer Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfung in der Tierzucht sowie des Landesverbandes Thüringer Rinderzüchter zur Seite.

Ein sehr wertvolles Hilfsmittel für die milchproduzierenden Betriebe ist das vom vit Verden entwickelte, computergestützte Anpaarungsprogramm BAP, welches zu dem Handwerkszeug der LTR-Zuchtinspektoren gehört.

Sie sehen also, dass der Landesverband Thüringer Rinderzüchter ein sehr interessanter Partner für die Rinderhalter ist.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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